Rundreise um den Loch Rannoch
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Am nächsten Tag folgt die lang ersehnte Rundreise um den Loch Rannoch. Von dem verträumten Ort Kinloch Rannoch aus starten wir in Richtung Süden.
Bei dem kleinen Denkmal, das an den ersten Weltkrieg erinnert, befindet sich ein kleiner Strand, vom dem aus man einen Ausblick auf das gesamte Loch hat.
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Es geht die Südseite des Lochs entlang und dort, wo der Blackwood of Rannoch beginnt, halten wir kurz, um noch einmal einen Blick auf die versteckte Stelle zu werfen, wo wir auf den Schottlandreisen 3,4 und 5 gezeltet hatten. Es dauert, bis wir unseren alten Lagerplatz wieder finden. Es ist moderiger hier als auf den allerersten beiden Schottlandreisen, die immerhin schon einige Jahre zurückliegen, auch haben wir nie so viele Mitches getroffen.
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Dieses Mal ist es besonders schlimm, obwohl die Wetterlage in den vergangenen Monaten trocken und heiß und somit keine gute Grundlage für Mitches war. Ob es wohl daran liegt, dass im Norden Schottlands riesige Flächen Wald abgeholzt wurden und die Mitches sich ihre Wälder zurückholen? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
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Die Straße führt weiter nach Carrie. Ein kleiner Wildbach
unter der Brücke lädt zu einer kleinen Reiseunterbrechung ein.
Dann erreichen wir die Stelle, an der mein Freund Michi und ich im Jahr 1972 das allererste Mal gezeltet hatten. Die riesige, alte Pinie steht noch immer an ihrem Platz. Ihre knorrigen Wurzeln umspannen nun eine Fläche von 12 Quadradmetern.
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Der Stamm ist inzwischen so dick, dass ich
ihn mit beiden Armen nicht einmal halb umspannen kann.
Die gesamte Südseite des Lochs ist in den letzten Jahren auch hier
so sehr vermodert, dass auf dieser Seite Wildzelten nur eingeschränkt
zu empfehlen ist. Vorbei geht es an der Rannoch School - die schon vor Jahren geschlossen wurde - weiter zur kleinen Halbinsel Eilean Mor. Über Croiscrag geht es nach Finnart Lodge.
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Von hier aus hat man einen prima Ausblick auf auf die Insel Eilean nam Faoileag - was auf Gälisch soviel wie Möveninsel bedeutet - ein Turm mitten im Wasser. Wir hatten diese Insel schon einmal mit einem Boot besucht und statt Schätzen und Geheimnissen nur ein altes, kleines Gemäuer und massenhaft Insekten gefunden. Wozu war diese Insel gebaut worden? Wir erfahren von einem Anwohner, dass hier MacGregor, besser bekannt als 'Rob Roy' gefangen gehalten wurde.
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Wir kommen an einer alten Kirche hinter Little Finnart vorbei. Weiter geht es an einer kleinen, ärmlichen Schule bei den
Rannoch Barracks vorbei, über die Bridge of Giaur links ab auf die
B846. Nun folgt die wunderschöne Strecke entlang des Gaur in Richtung Rannoch Station. Die Fluten des River Gaur laden so richtig dazu ein, die Füße zum Abkühlen hineinzustecken.
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Der nächste Halt ist die Powerstation von Gaur. Hier führt ein Fußweg hoch zum Damm. Oben angekommen, ist man plötzlich auf Höhe der Wasserlinie des kleinen Loch Eigheach. Zur linken Seite hingegen geht es steil den Damm hinab.
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Weiter geht die Reise am Loch Eigheach entlang
zu der kleinen Ruine Doire na h-Innes, was immer das auch
heißen mag.
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Von hier aus sieht man schon in der Ferne in Richtung Fort William
die Eisenbahnbrücke. Der dunkle Himmel, der einsetzende Regen und die scheinbare Grenzenlosigkeit
verleihen diesem Gebiet eine einzigartige Melancholie.
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Es dauert auch nicht mehr lange, und wir haben den kleinen
Bahnhof Rannoch Station erreicht.
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Dann geht es zurück am Loch Eigheach und am River Gaur vorbei, bis wir bei Rannoch Lodge wieder auf den Loch Rannoch stoßen.
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Wir überqueren die Bridge of Ericht und lassen die Powerstation hinter uns. Bei Killichonan wollen wir es wissen: liegt hier wirklich McGregor
begraben, wie wir in einer Geschichte gelesen haben? Es handelt sich hierbei nicht um 'Rob Roy', der hieß ja MacGregor.
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Der alte Friedhof ist abgeschlossen und auf einem Schild warnt die Polizei vor dem Betreten. Egal, die Mauern sind nicht besonders hoch und nach wenigen Minuten finden wir das Grab von Robert McGregor, gestorben 1835. Es ist einer der wenigen Grabsteine, deren Inschrift noch zu entziffern ist. Es ist recht unheimlich hier und wir machen uns auf den Rückweg.
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